
Von Jürgen Mathis
Die Propstei St. Gerold versucht gerade im Bereich Energie verantwortungsvoll, gerecht und ökologisch zu handeln – ganz im Sinne von Papst Franziskus und seiner Enzyklika Laudato si. Es geht um ein gutes Leben für alle Menschen und um einen achtsamen Umgang mit der Schöpfung.
Sichtbar wird das im neuen Energiekonzept, das gut durchdacht Schritt für Schritt umgesetzt wird:
Hier wurde bereits vor etwa 15 Jahren versuchsweise eine Warmwasser-Wandheizung installiert. In das Gebäude aus dem 11. Jahrhundert wurden dafür Kupferleitungen eingezogen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Raum wird leicht erwärmt, die Lösung ist mit dem Denkmalschutz vereinbar und zugleich werden die historischen Wände vor Feuchtigkeit geschützt.
Die Propsteikirche ist im Winter einer der kältesten Räume in ganz St. Gerold – und zugleich jener Ort, an dem die Gemeindegottesdienste stattfinden. Die alte Bankheizung, eine Stromdirektheizung, wurde deshalb durch eine moderne Infrarotheizung ersetzt, die gemeinsam mit der Beleuchtung „unauffällig“ von der Decke hängt.
Mit einer deutlich besseren Energieeffizienz ist die Wärme nun genau dort spürbar, wo sie gebraucht wird: bei den Menschen. Gleichzeitig werden der Kirchenraum und seine wertvollen Einrichtungsgegenstände geschont. Die Leistung der neuen Anlage entspricht mit viermal 5,4 kW etwa jener der alten Heizung, die Betriebszeiten sind jedoch wesentlich kürzer – und damit auch der Stromverbrauch deutlich geringer.
Die Propstei St. Gerold versorgt mehrere Gebäude über ein Nahwärmesystem. Derzeit bestehen dafür ein großer Holzkessel sowie ein Ölkessel für Notfälle und die Warmwasserversorgung im Sommer.
Geplant ist nun eine moderne Hackschnitzelheizung mit drei kleineren Puffer-Elementen, die je nach Bedarf flexibel gesteuert werden können. Die Ölheizung soll künftig nur noch für absolute Notfälle genutzt werden.
Der Vorteil: Grundsätzlich wird kein Öl mehr benötigt! Die Energie stammt aus der Region und ist wesentlich umweltfreundlicher.
Auf dem Dach des Wirtschaftsgebäudes befindet sich eine Photovoltaikanlage mit rund 400 m² Fläche. Sie produziert umweltfreundlichen Strom und ist über einen Vertrag mit der VKW ins Netz eingebunden. Neben einem wirtschaftlichen Ertrag ist vor allem wichtig, dass damit grüner Strom für die Allgemeinheit erzeugt wird.
Zusätzlich gibt es Überlegungen für Warmwasserkollektoren, die besonders in den Übergangszeiten und im Sommer ausreichend Warmwasser bereitstellen und dadurch die Holzheizung entlasten könnten.

Die Frage der Energieversorgung ist nur ein Teil eines neuen Bewusstseins: Der Mensch versteht sich als Geschöpf Gottes, eingebettet in seine Schöpfung und verbunden mit allen Menschen. Es geht daher um mehr als ökologische Fragen – es geht ebenso um Gerechtigkeit, Frieden und Solidarität.
Dazu gehören:
Verantwortung für die Schöpfung beginnt ganz konkret hier bei uns. Ein bewusster und nachhaltiger Umgang mit Energie ist mehr als eine technische oder wirtschaftliche Frage – er ist Ausdruck von Gerechtigkeit, Solidarität und Verantwortung gegenüber kommenden Generationen und den heute schon Benachteiligten. Denn christlicher Glaube bedeutet nicht nur, das Bestehende zu bewahren, sondern auch mutig Zukunft zu gestalten.