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Bernhard Rogen / Junge Kirche
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Zwei Quadratmeter Erde, ein Kilo Kartoffeln

Wer beim Bahnhof Hohenems aussteigt und drei Minuten zu Fuß geht, landet zwischen Bahngleis und Collini-Areal auf einem unscheinbaren Stück Erde – und wird dort mit Fragen konfrontiert, die eigentlich die ganze Welt betreffen. Willkommen am Weltacker Hohenems.

von Cornelia Engler

 

Zusammenhänge begreifen

Die Idee hinter dem Weltacker ist so einfach wie einleuchtend: Teilt man die weltweite Ackerfläche gerecht auf alle acht Milliarden Menschen auf, bleiben pro Person genau 2.000 m². Auf dieser Fläche – nicht größer als ein Drittel eines Fußballfelds – muss alles wachsen, was ein Mensch braucht: Brot, Gemüse, Obst, Tierfutter, Baumwolle, Raps für den Tank. Jürgen Mathis vom Welthaus Vorarlberg führt Gruppen durch diesen außergewöhnlichen Lernort, den er federführend mit viel Eigeninitiative angelegt hat. Mit einem Glas Erde in der Hand erklärt er, was Humus ist – und warum die Natur dafür rund 2.000 Jahre braucht, um gerade einmal zehn Zentimeter aufzubauen. Wer das einmal gehört hat, schaut anders auf den Boden unter seinen Füßen. Genau das ist das Ziel: nicht belehren, sondern erleben lassen. Warum braucht ein Kilo Fleisch so viel mehr Fläche als ein Kilo Kartoffeln? Was hat meine Tafel Schokolade mit Westafrika zu tun? Welche Fläche steckt in meinem Mittagessen? Der Weltacker macht abstrakte, globale Zusammenhänge greifbar.
Möglich macht das Projekt die Firma Collini, die das Grundstück in Hohenems kostenlos zur Verfügung stellt. Mitgetragen wird es vom Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum Vorarlberg, Vetter Hof, Bio Vorarlberg, der Lebenshilfe Vorarlberg, dem Naturschutzbund Vorarlberg und dem Welthaus Vorarlberg. Eine 
Kooperation, die selbst ein starkes Zeichen für Zusammenarbeit setzt.

 

Friedensarbeit

Der Weltacker versteht sich ausdrücklich als Bildungsinitiative und als Friedensarbeit. Denn wo Menschen Hunger leiden und keinen Zugang zum Land haben, entstehen Unruhen und Konflikte. Die Botschaft des Weltackers ist klar: Jeder Einkauf im Supermarkt ist, so Jürgen Mathis, ein Arbeitsauftrag an Bäuerinnen und Bauern auf der ganzen Welt. Diese verinnerlichte Erkenntnis verändert das eigene Handeln – leise, aber nachhaltig.

Die Welt auf einem Acker!

Weltäcker® bilden die globale Landwirtschaft auf 2000 m² ab. Die Bildungsorte ermöglichen vielfältige, sinnlich erlebbare Einblicke in das weltweite Agrar- und Ernährungssystem.

 

Weiter Informationen finden Sie bei Zukunftsstiftung Landwirtschaft unter:

 

www.2000m2.eu/de/

 

Besuch beim Weltacker

Bernhard Rogen / Junge Kirche
Jürgen Mathis erklärt Schüler:innen aus Andelsbuch die weltweiten Zusammenhänge.
Bernhard Rogen / Junge Kirche
Bernhard Rogen / Junge Kirche
Mit einem Apfel zeigt Martina Jäger die weltweite Verteilung von Ackerland.
Bernhard Rogen / Junge Kirche
Mit einem Apfel zeigt Martina Jäger die weltweite Verteilung von Ackerland.
Bernhard Rogen / Junge Kirche
Die Natur braucht rund 2000 Jahre, um 10 cm Humus aufzubauen. Das macht sofort klar, wie kostbar Ackererde ist.
Bernhard Rogen / Junge Kirche
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Von Cornelia Engler
Veröffentlicht am 26.05.2026
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